StudiVZ will Wahlkampf machen

Die Vorteile von digitalen Netzwerken und Plattformen mit großer User-Reichweite liegen für Politiker und Parteien auf der Hand: Politische Inhalte und Mobilisierungsaufrufe lassen sich mit relativ geringem Aufwand an ein großes Zielpublikum verschicken. Die User-Gruppen sind sehr leicht zu kategorisieren nach Alter, Wohnort oder auch Vorlieben. Nicht zuletzt ist interaktives eCampaigning in und stellt einen Imagegewinn für alle Akteure da.

eWahlkampf gleich eMarketing

Unter diesen Gesichtspunkten sind die Bedürfnisse von Wahlwerbern denen von Produktwerbern sehr ähnlich und lassen sich mit den üblichen eMarketing-Instrumenten gut bedienen. Daher überrascht es nicht, dass der Holtzbrinck-Verlag das Thema Wahlkampf für sich entdeckt hat. „Wir planen ein großes Projekt mit den deutschen Parteien zum Wahljahr 2009“, verrät Dirk Hensen, Leiter Unternehmenskommunikation bei studiVZ, politik-digital.de am Telefon. Details über das Projekt seien allerdings noch streng geheim.

Nur so viel will Hensen verraten: „Das Projekt wird auf unseren originären Plattformen eingebunden sein und nicht separat gelauncht.“ Auch soll die Idee, auf die Parteien zuzugehen, nichts damit zu tun haben, dass die SPD-Gruppe auf studiVZ schon zum zweiten Mal abgeschaltet wurde. Dies hatte bei denSozialdemokraten für große Missstimmung gesorgt. „Das war ein peinliches Versehen von unserer Seite“, so Hensen, versicherte aber, dass dies keinen parteipolitischen Hintergrund habe.

An Holtzbrinck kommt keiner vorbei

Trotz allem Ärger ist der Holtzbrinck-Verlag als Wahlkampfpartner für alle Parteien – auch die SPD – sehr interessant. Als Betreiber von studiVZ, schuelerVZ und meinVZ hält der Verlag mit 13 Millionen Usern ein starkes Argument in der Hand und ist als reichweitenstärkstes soziale Netzwerk in Deutschland eine Größe, an der kein Online-Wahlkampfmanager vorbei kommen wird.

Interessant wird sein, wie der Holtzbrinck-Verlag das Kooperationsprojekt – wie auch immer es aussehen wird – mit seinem eigenen Verhaltenskodex in Einklang bringen wird. Denn dort steht u.a. geschrieben, dass „ keine kommerzielle oder politische Werbung von Nutzern veröffentlicht werden“ darf.

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One Response to StudiVZ will Wahlkampf machen

  1. Ich beobachte seit 2007 die Aktivitäten der politischen Parteien in Second Life, mal sehen was sich da in 2009 bezügl. Wahlkampf tun.

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