Campaigning bei der Stadtpolizei Zürich

Von Peter Metzinger

Currywurst Campaigning Night mit Andrea Mikuleczky, die seit 1990 bei der Stadtpolizei Zürich arbeitet, heute im Bereich Prävention. Ihre Erfahrung reicht vom Streifendienst bis zum MAS ZFH in Business Communications. 2008 machte sie den CAS Campaigning.

(Live Blog vom 11. April, jedoch erst heute online geschaltet.)

Andrea Mikuleczky definiert Prävention als strategisch ausgerichtete Begleitmassnahmen zum Sicherheitsauftrag der Stadtpolizei Zürich. Dazu gehören Ursachenforschung, Aufklärung und Beratung. Zielgruppen sind die Bevölkerung, Organisationen und Interessengruppen. Hintergrund ist, dass man irgendwann merkte, dass es nichts nützt, wenn “der Jurist sagt, das ist verboten”. Man darf den Faktor Mensch nicht missachten. Beispiel: ein Autofahrer, der im dunklen einen dunkel gekleideten Menschen auf einem Zebrastreifen anfährt. Juristisch ist die Sache klar und der Autofahrer schuld. Aber hätte der Fußgänger im Dunklen besser aufgepasst und sich nicht so dunkel angezogen, sähe die Sache anders aus.

Oft liegt die Ursache im grundsätzlichen Verhalten der Verkehrsteilnehmenden, welche nicht gesetzlich geregelt ist.

Solche Erfahrungen führten zur Erkenntnis, dass es neben der üblichen Polizeiarbeit auch Prävention braucht. Ziel sind Verhaltensänderungen, die man versucht zu erreichen durch:

  • Einsicht schaffen
  • Akzeptanz fördern
  • Umsetzung fördern

Grundlagen sind die Legislaturziele gemäß Strategie der Stadt Zürich und Stadtpolizei, Unfallgeschehen und Bedürfnisse der Bevölkerung.

Die Stadtpolizei führt zur Prävention Kampagnen, Aktionen und Schulungen durch. Es gibt eine breite Palette an Schulungen.
Kampagnenthemen:

  1. Unaufmerksamkeit / Telefonieren im Auto
  2. Vorsicht vor dem Tram
  3. Vorsicht vor Taschendieben.

Auch wenn das jetzt nach Schleichwerbung klingt, aber Andrea Mikuleczky erwähnt mehrmals, wieviel Einfluss der CAS Campaigning auf ihre Präventionsarbeit hatte.

Es gibt einiges an Konfliktpotential: verschiedene Einflussebenen, viele Stakeholder, ungeeignete CI/CD-Vorschriften, Dienstwege, andere Departemente, Zielvorgaben, Präventionskreislauf, Budget. Beispiel Verkehr: alleine schon die Verkehrsteilnehmer streiten untereinander. Jeder ist gegen jeden. Will man irgendetwas tun, hat man sofort Zweidrittel davon gegen sich. Das ganze System ist äußerst komplex, mit diversen aufeinander einwirkenden Regelkreisläufen, so dass im Endeffekt Erfolge auch kaum zu messen sind.

Die Kommunikation der Stadtpolizei erfolgt gemäß Informationsauftrag und eher einseitig. Vorteile: Absender sofort erkennbar, vermittelt Beständigkeit und Seriosität. Nachteil: wird zu wenig wahrgenommen und lässt wenig Raum für Kreativität.

Problematik der Prävention: sie ist immer mit Einschränkung verbunden. Kampagnen sind deshalb eine Mischung aus Marketing- und Verwaltungskommunikation.

Diese Grafik zeigt, wie Kampagnen in die höheren Ebenen integriert werden können. Ziel ist es, diesen Ansatz nun konkret umzusetzen. Ein damit lösbares Problem ist zum Beispiel, dass Visionen mit Zielen verwechselt werden. Auch das Modell von Bonfadelli/Friemel kommt hier zum Einsatz.


Damit Kampagnen wirklich etwas bewirken, muss man permanent auswerten, überprüfen, anpassen, weitermachen. Hierzu dient der Kampagnenkreislauf in Anlehnung an die Stadt Münster. Es geht eben nicht so, dass man etwas befiehlt, und dann funktioniert das einfach.

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One Response to Campaigning bei der Stadtpolizei Zürich

  1. […] Am Montag gab es wieder eine Currywurst Campaigning Nigh bei mir. Den Bericht dazu gibt’s bei pro:campaigning. […]

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