Longchamp und seine heikle Doppelrolle

January 25, 2010

Von Peter Metzinger

Claude Longchamp ist in der Schweiz ein führender Meinungsforscher, dessen Position so stark ist, dass man fast von einem Monopol reden kann. Seine Analysen dienen sämtlichen Parteien und dem Schweizer Fernsehen als Grundlage ihrer Prognosen für die alle 3 Monate stattfindenden Volksabstimmungen. In den letzten Wochen allerdings ist er heftig unter Kritik geraten, weil er sich bei der letzten Abstimmung massiv verschätzte. Claude Longchamps Meinungsumfragen waren in die Kritik geraten, nachdem sein GfS-Institut für die Minarett-Abstimmung eine Nein-Mehrheit von 53 Prozent vorausgesagt hatte, das Stimmvolk die Initiative jedoch mit 57 Prozent annahm. Schweizer Fernsehen und Radio entschieden daraufhin, bis auf weiteres keine Prognosen der GfS mehr zu veröffentlichen.

Seit mehreren Tagen nun ist Longchamp zusätzlicher Kritik unterworfen. Die Sonntagszeitung zum Beispiel wirft ihm vor, er arbeite für zahlungskräftige Kampagnenorganisationen der Wirtschaft und nutze Umfragen gezielt, um Meinungen zu machen anstatt sie zu erfragen. Es ist ein offenes Geheimnis unter Campaignern, dass man gezielt Informationen verbreiten kann, indem man sie in Meinungsumfragen verpackt, sozusagen tarnt.

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