SonntagsZeitung – Lobbyisten reichen Beschwerde gegen SRG ein

March 20, 2012

der «Rundschau»-Beitrag über Einflüsterer im Bundeshaus hat ein Nachspiel. Die Lobbyisten im Bundeshaus sind derzeit nicht gut auf die SRG zu sprechen. Ihre Dachorganisation, die Schweizerische Public Affairs Gesellschaft (Spag), hat vergangene Woche bei der Ombudsstelle Beschwerde gegen den Medienkonzern eingereicht. Grund ist ein Beitrag der «Rundschau» über die PR-Zunft, den SF am 22. Februar ausgestrahlt hat.

Im dreiseitigen Schreiben an Ombudsmann Achille Casanova, das der SonntagsZeitung vorliegt, werfen die Branchenvertreter dem Staatssender «fehlende Transparenz» und Verletzung des Wahrhaftigkeitsprinzips vor. Was die Interessenvertreter so sauer macht: Im Bericht erhielt ein Lobbyist grosszügig Gelegenheit, um seine Tätigkeit in der Wandelhalle zu beschreiben und dabei gleich noch sein breites Kundendossier, das gespickt ist mit internationalen Grossfirmen, herzuzeigen. Das SF-Magazin hatte jedoch unterschlagen, dass die betreffende Agentur, Furrer, Hugi & Partner, auch im Sold der SRG steht.

Insgesamt haben mindestens fünf Nichtparlamentarier Zugang ins Bundeshaus, die für die Interessen der SRG kämpfen. Dazu gehört auch SRG-Generaldirektor Roger de Weck selber, dem als Gast von BDP-Nationalrat Urs Gasche Eintritt gewährt wird. Ombudsmann Casanova hat die Beschwerde zur Kenntnis genommen und wird den Vorwürfen nachgehen.reza rafi

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SonntagsZeitung – Warum Sie steigenden Durchschnitten misstrauen sollten

March 18, 2012

Warum Sie steigenden Durchschnitten misstrauen sollten

Klarer denken mit Rolf Dobelli: Das Will-Rogers-Phänomen

Angenommen, Sie sind Direktor eines TV-Unternehmens mit zwei Sendern. Kanal A hat hohe Einschaltquoten, Kanal B extrem tiefe. Der Verwaltungsrat fordert Sie auf, die Quote beider Sender zu steigern, und zwar innerhalb eines halben Jahrs. Schaffen Sie es, winkt ein Superbonus. Schaffen Sie es nicht, sind Sie Ihren Job los. Wie gehen Sie vor?

Ganz einfach: Sie schieben eine Sendung, die die durchschnittliche Einschaltquote des Kanals A bisher leicht heruntergezogen hat, aber immer noch ganz gut läuft, zu Kanal B hinüber. Weil Kanal B miserable Einschaltquoten hat, erhöht die transferierte Sendung dessen Durchschnittsquote. Ohne eine einzige neue Sendung zu konzipieren, haben Sie die Quoten beider Fernsehsender gleichzeitig angehoben und sich damit den Superbonus gesichert.

Angenommen, Sie sind zum Manager von drei Hedgefonds befördert worden, die vorwiegend in privat gehaltene Unternehmen (englisch: Private Equity) investieren. Fonds A hat eine sensationelle Rendite, Fonds B eine mittelmässige und Fonds C eine miserable. Sie möchten der Welt beweisen, dass Sie der weltbeste Fondsmanager sind. Was tun?

Sie kennen nun das Spiel: Sie verkaufen einige Beteiligungen des Fonds A an die Fonds B und C. Welche? Jene Beteiligungen, die bisher die Durchschnittsrendite des Fonds A heruntergezogen haben, aber immer noch lukrativ genug sind, um die Durchschnittsrendite der Fonds B und C zu steigern. Im Nu haben Sie alle drei Fonds besser aussehen lassen. Weil sich das alles intern abspielt, fallen nicht einmal Gebühren an. Natürlich verdienen die drei Hedgefonds zusammengerechnet keinen Franken mehr – aber man wird Sie für Ihr glückliches Händchen feiern.

Diesen Effekt nennt man Stage Migration (deutsch: Stadiums-Verschiebung) oder Will-Rogers-Phänomen, benannt nach einem amerikanischen Komiker aus Oklahoma. Dieser soll gewitzelt haben, dass Einwohner von Oklahoma, die Oklahoma verlassen und nach Kalifornien ziehen, den durchschnittlichen IQ beider Bundesstaaten erhöhen. Das Will-Rogers-Phänomen ist allein mit Intuition nicht verständlich. Um es im Gedächtnis zu verankern, muss man es einige Male in verschiedenen Settings durchexerzieren.

Ein Rechenbeispiel aus der Automobilbranche: Ihnen sind zwei kleine Verkaufsfilialen unterstellt mit insgesamt sechs Verkäufern – Autoverkäufer 1, 2 und 3 in der Filiale A und Autoverkäufer 4, 5 und 6 in der Filiale B. Verkäufer 1 verkauft im Durchschnitt ein Auto pro Monat, Verkäufer 2 verkauft zwei Autos pro Monat usw. bis zum Starverkäufer 6, der 6 Autos pro Monat verkauft. Wie Sie leicht nachrechnen können, beträgt der durchschnittliche Umsatz pro Verkäufer in Filiale A zwei Autos, in Filiale B fünf Autos. Nun transferieren Sie Verkäufer 4 von Filiale B in die Filiale A. Was geschieht? Filiale A besteht neu aus den Verkäufern 1, 2, 3 und 4. Der durchschnittliche Umsatz pro Verkäufer ist von 2 Stück auf 2,5 Stück gestiegen. Filiale B besteht nur noch aus den Verkäufern 5 und 6. Der durchschnittliche Umsatz pro Verkäufer ist von 5 auf 5,5 gestiegen.

Solche Umschichtungsspiele verändern gesamthaft nichts, aber sie machen Eindruck. Besonders Journalisten, Investoren und Verwaltungsräte sollten auf der Hut sein, wenn sie über steigende Durchschnittswerte in verschiedenen Ländergesellschaften, Abteilungen, Kostenstellen, Produktelinien etc. informiert werden.

Ein besonders tückischer Fall des Will-Rogers-Phänomens findet sich in der Medizin. Tumore werden üblicherweise in vier Entwicklungsstadien eingeteilt – von Stadium 1 bis 4 – daher der Begriff Stage Migration. Bei den kleinsten und am besten therapierbaren Tumoren spricht man von Stadium 1; bei den schlimmsten von Stadium 4. Entsprechend ist die Überlebenschance für Stadium-1-Patienten am grössten, für Stadium-4-Patienten am geringsten.

Nun kommen jedes Jahr neue Verfahren auf den Markt, die eine immer genauere Diagnose ermöglichen. Die Folge: Es werden winzige Tumore entdeckt, die früher keinem Arzt aufgefallen wären. Die Folge: Patienten, die früher – fälschlicherweise – als kerngesund gegolten hätten, werden nun dem Stadium 1 zugerechnet. Automatisch steigt dadurch die durchschnittliche Lebensdauer der Stadium-1-Patienten an. Ein grossartiger Therapieerfolg? Leider nicht: bloss Stage Migration.

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Kodex für professionelle Krisenkommunikation verabschiedet (via Peter Metzinger)

March 25, 2011

Die 2. Generalversammlung des Schweizer Verbandes für Krisenkommunikation (VKK) hat am Dienstag einen Kodex für Krisenkommunikation (pdf) verabschiedet. Dieser legt erstmals Qualitätsmassstäbe für die Beratungsarbeit fest und ist für die VKK-Mitglieder verpflichtend, wenn sie Kunden in Krisensituationen kommunikativ unterstützen. Also auch für mich verpflichtend. Leider konnte ich am Dienstag nicht dabei sein, freue mich aber sehr, dass folgende … Read More

via Peter Metzinger


Screenshot from iPhone

December 23, 2009


New Website Design

November 12, 2009

After testing another (Mac-based) CMS and WordPress for a while we decided yesterday to move our website to WordPress. The advantage of WordPress is state-of-the-art CMS, a great number of design themes that can be used and the integration of our blog into our website. Hope you like it.


routeRANK goes social media campaigning – find the environmentally most friendly travel route

April 21, 2009

routeRANK is a start-up company which I got to know last year when their founder and CEO, Jochen Mundinger, presented to the Venturekick jury, which I am a member of. Venturekick gives money away for promising university spin-offs and routeRANK achieved the maximum support. That was a while ago. Meanwhile the company has made a lot of progress and is ready to reach out to a broader public. Read the rest of this entry »


Seminar “Kommunikation in aussergewöhnlichen Lagen” am 23.04.09

April 7, 2009

Am 23. April veranstaltet The Reputation Rescue Company AG zusammen mit Pleon C-Matrix Group AG ein Seminar rund um das Thema Krisenkommunikation. Der Fokus des Seminars richtet sich auf den Erfahrungsaustausch zwischen den Referenten und Teilnehmenden. Denn Krisenkommunikation ist zwar zu einem grossen Teil Erfahrungssache, doch ist jede Krise einzigartig und so auch die einzelnen Erfahrungen. Mehr hier: http://www.reputation-rescue.com/blog/?p=253


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